ZUCKERFABRIK ANKLAM

Nachhaltige Entwicklung im Einklang mit der Natur

Umweltprojekte

Die Zuckergewinnung aus Zuckerrüben bedarf neben der Verwendung dieses Naturprodukts auch des Einsatzes von Energieträgern. Zur Schonung dieser Ressourcen arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Minimierung von Umweltauswirkungen. Die Zuckerfabrik Anklam fühlt sich verpflichtet, ihre Entwicklung gemeinsam mit ihren Nachbarn und den Bewohnern der Hansestadt zu gestalten.

Wir stellen Ihnen daher einige der Umweltprojekte der Zuckerfabrik vor. 

Schall- und Geruchsminderungsmaßnahmen vor der Rübenverarbeitungskampagne 2017/2018

Bei der Herstellung von Zucker lässt sich die Entstehung von Gerüchen und Geräuschen nicht vermeiden – wie schon vor 135 Jahren ist die Zuckerherstellung auch im Jahr 2017 mit Geruchs- und Schallemissionen verbunden. Die Zuckerfabrik arbeitet kontinuierlich daran, die mit den Produktionsprozessen verbundenen Emissionen stetig zu verringern.

Dazu wird sie in Abstimmung mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern bis spätestens Mitte September 2017 zahlreiche Maßnahmen zur weiteren Verringerung von Schall- und Geruchsemissionen durchführen. Die Unterlagen zur Umsetzung dieser Maßnahmen liegen der Behörde bereits vor. Alle diese Projekte gehen der geplanten Kapazitätserweiterung voraus.

 

Errichtung einer Schallschutzwand an der Vorwaschtrommel


Zur Minderung der Schallemissionen der Vorwaschtrommel der Rübenwaschanlage werden die bereits vorhandenen Schallschutzwände erweitert und um zusätzliche Schutzwände und eine Überdachung ergänzt.  Die neue Einhausung besteht aus Paneelen aus schallabsorbierendem Material.


                                     Quelle: Technisches Büro Wulff


Emissionsmindernde Abdeckung für Teich 5


In der vergangenen Rübenkampagne hat die Zuckerfabrik erstmals Teich 5 mit emissionsmindernden Elementen, sog. Hexacovern, abgedeckt. Hierdurch werden Geruchsemissionen der Sedimentationsteiche deutlich verringert.




Ein Erfolgsprojekt – die temporäre Stroh-Lärmschutzwand an der Zufahrt Ost

Strohballen bieten durch ihre relativ geringe Dichte und hohe Elastizität einen sehr guten Schallschutz. Dank der Idee eines langjährigen Mitarbeiters hat die Zuckerfabrik in der vergangenen Rübenkampagne 2016/2017 nach Abstimmung mit den Behörden erstmals eine etwa vier Meter hohe Strohballenwand entlang der Zufahrt Ost errichtet. Die Umsetzung dieses Vorschlags hat sich als Erfolg erwiesen – ihr lärmmindernder Effekt wurde schallgutachterlich nachgewiesen. Diese „Lärmschutzwand“ wird künftig für die Dauer jeder Rübenkampagne errichtet.  

 


 Errichtung einer Schallschutzwand an der Vinassekonzentration

 

                                    Quelle: bse engineering


Optimierung des Abluft-Systems an der Bioethanolanlage



 Zusammenfassung der Geruchsquellen am Zuckerhaus

 

 

Austausch der Luftkühlung an den Vertikalmaischen der Zuckerfabrik durch ein Wasserkühlung

 


Kondensation eines Abluftstroms aus der Bioethanolanlage

 

Die Zuckerfabrik Anklam plant die Erhöhung ihrer Verarbeitungsleistung

Eines der derzeit wichtigsten Projekte der Zuckerfabrik ist ihre Erweiterung: Die Fabrik strebt die Erhöhung der Rübenverarbeitungskapazität um etwa ein Drittel an.

Dies ist erforderlich, weil die Anbauflächen – vor allem in Mecklenburg-Vorpommern – stetig wachsen und die regionalen Rübenanbauer immer größere Mengen anbieten. Auch künftig wird das Angebot an Zuckerrüben vor allem aus der Region Mecklenburg-Vorpommern weiter zunehmen. Um die großen Mengen verarbeiten zu können, soll auch eine Verlängerung der Kampagnedauer um etwa zehn Tage beantragt werden.

Hinzu kommt, dass die „Europäische Zuckermarktordnung“, ein seit Jahrzehnten bestehendes, umfassendes Regelwerk aus Quoten, Zöllen und Subventionen, im September dieses Jahres auslaufen wird. Auch dies stellt die Zuckerfabrik Anklam vor die Herausforderung, den Standort in der Region zukunftsfähig zu machen.

Eine zentrale Rolle des Erweiterungsvorhabens ist die damit zusammenhängende Verbesserung der Umweltauswirkungen der Zuckerherstellung. Hierfür hat das Unternehmen eine mehrdimensionale Matrix erstellt, in der für jede Betriebseinheit des Produktionsprozesses die Auswirkungen auf die Umwelt auf verschiedenen Wirkungspfaden bewertet werden. Dies betrifft vor allem die Frage, welche Möglichkeiten der Verbesserung bzw. Minderung von Immissionen möglich, sinnvoll und effektiv sind.

 Daraus hat die Zuckerfabrik zahlreiche Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Immissionssituation entwickelt.

Optimierungen in der Abwasserwirtschaft und den Teichanlagen 

Die Produktionsprozesse sind  mit dem Anfall großer Mengen an Produktionswasser verbunden. 

Da sich das eingesetzte Wasser während des Herstellungsprozesses mit Rückständen der Zuckerrübe, etwa Rübenerde, anreichert, wird es in der Abwasserbehandlungsanlage der Anlage aufbereitet. Anschließend wird das Abwasser in den auf dem Gelände der Zuckerfabrik liegenden Sedimentationsteichen zwischengespeichert, damit die Rübenerde sedimentiert. Das gereinigte Wasser kann dann abgepumpt werden; die abgesetzte Rübenerde wird nach dem Abschluss der Kampagne ausgebaggert und an externe Verwerter abgegeben. Diese Form der Abwasserbehandlung entspricht in Deutschland und in Europa dem Stand der Technik.

Um die von dem zwischengespeicherten Wasser ausgehenden Geruchsemissionen zu verringern, hat das Unternehmen bereits zahlreiche Maßnahmen zur Geruchsreduzierung umgesetzt, zum Beispiel:


Ertüchtigung unserer Abwasserbehandlungsanlage entsprechend den gutachterlichen Vorschlägen 



Einsatz von Fliehkraftabscheidern bei der Abwasserbehandlung


Hierdurch werden im Wasser enthaltene Feststoffe von dem Produktionswasser abgeschieden. Dies hat eine Verringerung der Geruchsbildung durch die darin enthaltenen Feststoffe zur Folge. 

Erfassung von Geruchsquellen der Zuckerfabrik Anklam

Für den Betrieb der Zuckerfabrik im schonenden Einklang mit Natur und Umwelt spielt die Immissionssituation eine entscheidende Rolle.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten eine breite Grundlage für die Geruchsbewertung der Zuckerfabrik geschaffen und auf dieser Grundlage zahlreiche Geruchsminderungsmaßnahmen umgesetzt.

Für das Erweiterungsvorhaben und zum Zweck der weiteren Reduzierung von Geruchsemissionen wurden sämtliche Geruchsquellen auf dem Gelände der Zuckerfabrik Anklam von Geruchsgutachtern ermittelt und die einzelnen Emissionen erfasst. Anschließend wurde mit Rechenmodellen die Ausbreitung der Gerüche berechnet (sog. Geruchsausbreitungsrechnungen) und in ihren Auswirkungen auf die Umwelt bewertet. 

Als wichtige Ergänzung und Korrektiv hat die Fabrik im August 2016 – in Abstimmung mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern – eine umfangreiche Rasterbegehung in der gesamten Hansestadt Anklam in Auftrag gegeben, die noch bis August 2017 andauern wird.

Dabei erfolgen im gesamten Stadtbereich Begehungen mit einer Geruchsprobenahme an einzelnen Rasterpunkten. An den jeweiligen Aufpunkten werden (in einen geruchsneutralen Beutel) Luftproben gezogen, die einem geschulten Probandenteam („Riecherkollektiv“) kontrolliert über ein Olfaktometer dargeboten werden. Das eigentliche Messgerät ist die menschliche Nase. Die hier von den einzelnen Probanden empfundene Geruchswahrnehmung wird über einen umfangreichen Beurteilungsbogen erfasst. 

Insbesondere die Rasterbegehung zeigt dem Unternehmen, an welchen Immissionsorten die durch die Ausbreitungsrechnungen rechnerisch ermittelte Geruchsfracht überschätzt wird. Die Ergebnisse der Begehung dienen daher der Ermittlung der tatsächlichen Geruchswahrnehmung.

Inzwischen verfügt das Unternehmen daher über ein umfassendes und detailliertes Kataster der Zuckerfabrik. Dies wiederum bietet einen belastbaren Ansatz für die zielgerichtete Umsetzung von Geruchsminderungsmaßnahmen und die Durchführung der zahlreichen Umweltprojekte.

Einer der Geruchsgutachter formulierte es wie folgt:Die Zuckerfabrik Anklam ist die Zuckerfabrik mit den meisten erfassten Geruchsquellen in Deutschland.“